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Das Buddy-Projekt

-Soziales Lernen mit System-

Buddys (der Begriff "buddy" kommt aus dem Amerikanischen und bedeutet "Kumpel, guter Freund") sind SchülerInnen, die sich auf die Fahne geschrieben haben anderen Schülern zu helfen. Buddys handeln nach dem Motto: "Aufeinander achten. Füreinander da sein. Miteinander Lernen." Ziel ist, dass die SchülerInnen der Overbergschule lernen verantwortungsvoll zu handeln, indem sie Verantwortung für sich und andere übernehmen. 

Das Buddy-Projekt ist ein Programm zur Förderung sozialen Lernens, das für unterschiedliche Anwendungsfelder und Inhalte in der Schule eingesetzt werden kann. Diese reichen von Konflikten auf dem Schulhof oder in der Klasse über Hausaufgabenhilfe und Lernpatenschaften.

Anderen helfen zu können ist eines der wichtigsten Ziele sozialen Lernens. Wer anderen hilft, erlebt Akzeptanz und Anerkennung. Aber auch helfen will gelernt sein. SchülerInnen der Overbergschule werden durch Unterrichtseinheiten oder soziale Gruppenarbeit zu geschulten Helfern und Begleitern qualifiziert und erlernen die notwendigen Basiskompetenzen, die sie im Buddy-Alltag benötigen, wie beispielsweise aktives Zuhören, Perspektivenwechsel, Gefühle wahrnehmen und äußern.

 

Dabei können die Aufgabenfelder, in denen Buddys sich engagieren, sehr mannigfaltig sein. An der Overbergschule gibt es bereits folgende Projekte:

 

  • Pausenbuddys/Streitschlichtung

  • Spielzeugbuddys

  • Hausaufgabenbuddys

  • Nachhilfebuddys

  • Klassenbuddys

  • Bikebuddys

 

(Quelle: Das Buddy-Prinzip, Faller/Kneip u.a.)

 

Im Folgenden werden die einzelnen Aufgabenfelder einzeln erläutert:

 

Streitschlichtung durch Pausen-Buddys

Ein weiterer Baustein unseres Buddy-Projekts sind die Pausen-Buddys.

`Buddy´ bedeutet `Kumpel´ und das wollen die Schüler aus den 9. und 10. Jahrgängen auch sein, wenn sie in den Pausen die Schüler aus den 5. und 6. Jahrgängen in der Dependance betreuen und ihnen bei Bedarf Hilfe für die Lösung ihrer Konflikte anbieten.

 

Im Sinne der Peer-Education geht man davon aus, dass Jugendliche sich gegenseitig besser unterstützen und erziehen können, da sie sich in ihrer Erfahrungs- und Gefühlswelt viel näher stehen als wir Erwachsenen. Diese Tatsache soll genutzt werden, um eine neue Streitkultur zu entwickeln. Die Schüler sollen lernen, selbst Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen, in dem sie unter Anleitung von Jugendlichen ihre Konflikte betrachten, erhellen und lösen. Die Lehrer sollen dabei möglichst in den Hintergrund treten.

Um solche Ziele verwirklichen zu können, ist eine umfangreiche Ausbildung nötig, die im WP-Unterricht der 8.Jahrgänge erfolgt. Der einjährige Kurs umfasst eine Doppelstunde pro Woche und beinhaltet folgende Trainingselemente:

 

  • Empathie und Toleranz entwickeln

  • Kontrolle eigener Gefühle und Meinungen

  • Erkennen von Vorurteilen

  • Einsicht in Konfliktverläufe

  • aktives Zuhören

  • nonverbale Kommunikation

  • Spiegeln von Inhalten und Gefühlen

  • Grundregeln der Streitschlichtung

  • Deeskalationstraining

 

Organisation der Streitschlichtung an unserer Schule

 

Zurzeit sind an unserer Schule 18 aktive Pausen-Buddys im Einsatz.

 

buddiesZu Beginn des Schuljahres wird den Eltern und Schülern des 5. Jahrgangs das Projekt `Pausen-Buddys´ vorgestellt. Die Eltern erhalten eine schriftliche Mitteilung, in der ihnen die Ziele des Projekts mitgeteilt werden, während die Schüler an einem Projekttag unter dem Motto `Miteinander statt Gegeneinander´ mit Hilfe spielerischer Aktionen in die Arbeit der Pausen- Buddys eingewiesen werden. Damit die Schüler wissen, wann die Pausen-Buddys für sie da sind, hängt ein Dienstplan und Plakate mit Steckbriefen der aktiven Pausen-Buddys im Eingangsbereich des Schulgebäudes aus. Je zwei Pausen-Buddys kommen in der ersten großen Pause vom Hauptgebäude zum Nebengebäude. Sie betreuen die Spielaktion und stehen den Schülern hilfreich zur Seite, wenn Konflikte auftreten. Für das Streitschlichtergespräch ist ein Raum eingerichtet worden, in dem in ruhiger und entspannter Atmosphäre Konflikte gelöst werden können.

Spielzeugbuddys organisieren die "Aktive Pause"

Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 6 leihen Spielmaterial an den Jahrgang 5 und 6 aus. In den Pausen engagieren sie sich ehrenamtlich, indem sie das Spielmaterial an ihre Mitschüler herausgeben, warten und somit das Bewegungsangebot aktiv unterstützen.

Hausaufgabenbuddys und Nachhilfebuddys unterstützen ihre Mitschüler im Lernprozess

Momentan begleiten 7 SchülerInnen aus den Jahrgängen 8 - 10 die SchülerInnen aus den unteren Jahrgängen bei der Erledigung der Hausaufgaben. Unterstützt werden sie dabei von 4 Lehramtsanwärtern und der Schulsozialarbeiterin. Die Hausaufgabenbuddys unterstützen die SchülerInnen bei der Ausführung der Hausaufgaben. Ferner geben sie ihnen dabei auch persönliche Zuwendung, wenn beispielsweise Konflikte zu Mitschülern entstehen.

In Kleingruppen oder aber auch Einzelbetreuung geben ältere Schülerinnen und Schüler, sogenannte "Nachhilfebuddys", Nachhilfeunterricht.

Das Buddy-Projekt in der Klasse

Das Klassen-Buddy Projekt wird an unserer Schule in einem 5. und 6. Jahrgang erprobt. Es wird vor allem eingesetzt, um das Klassenklima zu verbessern. Unter den Aspekten

  • Wie lösen wir Konflikte?

  • Wie gehen wir miteinander um?

  • Werden Mitschüler gemobbt oder ausgegrenzt?

  • Gibt es Konflikte zwischen Lehrern und Schülern?

  • Gibt es Schüler oder Schülerinnen, die auf dem Pausenhof alleine stehen?

 

werden immer wieder neue Buddyprojekte von den Schülern entwickelt und von Klassen-Buddys betreut. Dabei kann jeder Schüler der Klasse einmal Klassenbuddy sein und ein Projekt betreuen. Wesentlich bei dieser Projektarbeit ist es, dass unter allen bestehenden Themen, die Projekte herausgearbeitet werden, die für Schüler und Lehrer am dringlichsten sind.

Die Besprechung und Entwicklung neuer Projekte und die Reflexion der übernommenen Aufgaben durch Buddys erfolgt im Klassenrat.

 

Die Bikebuddys

bikebuddyDer Vandalismus am Fahrradständer hat Ausmaße angenommen, die die geschädigten Schüler nicht mehr hinnehmen wollen. Zu Beginn des Projektes wurde eine Ausstellung im Forum präsentiert, die auf die Problematik aufmerksam machte. Es bildete sich eine Gruppe aus Schülern, die sich als freiwillige Fahrradaufsichten in den Pausen und vor dem Unterricht zur Verfügung stellten.